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Anthropic veröffentlicht Claude Haiku 5.5: Der Tarif hängt von der Promptlänge ab

Das Modell für häufige Aufgaben kostet ab 0,10 US-Dollar pro Million Eingabetokens; ab 100.000 Tokens steigt der Preis.

© Marek Piwnicki

Anthropic stellte Claude Haiku 5.5 am 7. Oktober 2026 vor. Eingabetokens kosten 0,10 US-Dollar pro Million bei Prompts mit bis zu 100.000 Tokens und 0,50 US-Dollar bei längeren Prompts. Das Unternehmen positioniert das Modell für häufige Aufgaben und den Einsatz von KI-Agenten; die Kosten einer konkreten Anfrage hängen von ihrer Länge und der Anzahl der verarbeiteten Tokens ab.

Abstrakte geometrische Formen vor einem pink-violetten Farbverlauf mit viel Platz für Text.
Marek Piwnicki · Pexels-Lizenz

Ein Modell für häufige, klar abgegrenzte Aufgaben

In der Ankündigung vom 7. Oktober nennt Anthropic Zusammenfassungen, Kontextkomprimierung (Compaction), Klassifizierung und Datenbankabfragen. Haiku 5.5 wird außerdem als Unteragent für einzelne Schritte bei der Codearbeit angeboten; in der Dokumentation werden auch Kundensupport und Aufgaben im Browser genannt. Die Modell-ID auf der Claude Platform lautet claude-haiku-5-5.

Anthropic bezeichnet Haiku 5.5 im Vergleich der Standardgeschwindigkeitsmodi als sein schnellstes Modell; Opus im Fast Mode arbeitet schneller. Als erstes Modell der Haiku-Familie mit einstellbarem Effort ermöglicht es die Wahl einer Einstellung mit Schwerpunkt auf Kosten oder auf der Qualität der Schlussfolgerungen. Die Redaktion hat keine unabhängigen Tests durchgeführt; Angaben zu Geschwindigkeit und Qualität bleiben daher Aussagen des Unternehmens.

Was die Tokens kosten

Die Tarife der Claude Platform gelten pro Million Tokens. Ausschlaggebend ist die Promptlänge:

PositionBis zu 100.000 TokensÜber 100.000Haiku 4.5
Eingabetokens0,10 $0,50 $1 $
Ausgabetokens0,50 $2,50 $5 $
Cache-Lesezugriffe0,01 $0,05 $0,10 $
Cache-Schreibzugriff für 5 Minuten0,125 $0,625 $1,25 $

Gegenüber Haiku 4.5 sind die Tokenpreise bei Prompts mit bis zu 100.000 Tokens um 90 Prozent und oberhalb dieses Schwellenwerts um 50 Prozent niedriger. Zusätzlich schätzt Anthropic die durchschnittlichen Kosten für die Erledigung einer Aufgabe als rund 75 Prozent niedriger ein. Diese Schätzung des Unternehmens berücksichtigt die Verteilung der Anfragen und einen aktualisierten Tokenizer, der für dieselbe Aufgabe etwas mehr Tokens verwendet. Die durchschnittliche Schätzung garantiert daher nicht dieselbe Ersparnis bei jeder Anfrage.

Nahaufnahme der Digitalanzeige eines Tablets, die in schlichtem, modernem Design 18:40 Uhr zeigt.
Sogi . · Pexels-Lizenz

Grenzen der Empfehlung und begleitende Änderungen

Für komplexe agentische Programmieraufgaben empfiehlt Anthropic die größeren Modelle Sonnet 5.5 oder Opus 5.5, Haiku 5.5 hingegen für enger umrissene Schritte wie Zusammenfassungen und den Einsatz als Unteragent. So lassen sich die Kosten nach Art der Arbeit aufteilen: Häufige kurze Vorgänge können an das kleinere Modell weitergeleitet werden, während komplexe Aufgaben den größeren Modellen vorbehalten bleiben.

Laut derselben Veröffentlichung sank am 7. Oktober der Preis für Cache-Lesezugriffe bei Sonnet 5.5 von 0,20 auf 0,10 US-Dollar pro Million Tokens. Anthropic bringt die Änderung mit einer Senkung der Kosten für die meisten agentischen Aufgaben um rund 20 Prozent in Verbindung. Das Unternehmen erklärte außerdem, Haiku 5.5 sei auf der Claude Platform, AWS, Google Cloud und Azure verfügbar; die Redaktion hat die Verfügbarkeit auf den einzelnen Drittanbieterplattformen nicht gesondert überprüft.

Anthropic kündigte an, monatliche API-Guthaben für Abonnenten von Max und Team in der Woche ab dem 7. Oktober schrittweise einzuführen. Zum Prüfzeitpunkt am 8. Oktober war der Abschluss der Einführung nicht bestätigt. Für Teams lautet die praktische Erkenntnis aus dem Start: Zunächst sollten sie die Promptlängen mit dem Schwellenwert von 100.000 Tokens abgleichen und anschließend das passende Modell anhand ihrer eigenen Aufgaben und Kosten prüfen.

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