Am 30. September stellte Google Gemini 4 Argon vor – ein Modell für Softwareentwicklung, Unternehmensaufgaben und Cybersicherheit. Zunächst wird es einer begrenzten Gruppe von Cybersicherheitsexperten bereitgestellt. Das Unternehmen verspricht, den Zugang auszuweiten, doch eine unabhängige Bewertung der behaupteten Fähigkeiten ist bislang schwierig.
In der Ankündigung von Google wird Argon als Modell für komplexe, langwierige Arbeitsabläufe beschrieben. Google teilte mit, dass das Modell später für Entwickler, Unternehmen und Verbraucher verfügbar werden soll – zunächst für Kunden der kostenpflichtigen API und Abonnenten von Google AI Ultra. Einen genauen Zeitplan für die Ausweitung des Zugangs nannte das Unternehmen nicht.
Google kündigte einen Einführungspreis von 2 US-Dollar pro Million Eingabe- und 10 US-Dollar pro Million Ausgabetoken an; zwischengespeicherte Eingabetoken sollen 95 % weniger kosten. Nach der Einführungsphase soll der Preis laut einer Fußnote in der Ankündigung 4 beziehungsweise 20 US-Dollar betragen. Dabei handelt es sich um angekündigte Tarife für einen künftigen Start, nicht um eine Bestätigung, dass das Modell bereits allen Interessierten zur Verfügung steht.
Das Unternehmen nennt außerdem ein Limit von bis zu 1 Million Ausgabetoken. Gemeint ist ein Limit für die Generierung, nicht die Größe des Kontextfensters.
Was die internen Ergebnisse zeigen

Google nennt Beispiele für den Einsatz von Argon in eigenen Projekten. Nach Angaben des Unternehmens half das Modell dabei, einen Quantenalgorithmus zu optimieren und das veröffentlichte Basisergebnis um 40 % zu übertreffen. Google berichtet außerdem, dass nach der Umsetzung von Optimierungen, die Agenten in Rechenzentren gefunden hatten, mehr als 300 TiB Speicher freigesetzt wurden; die potenzielle Gesamteinsparung beziffert das Unternehmen auf 500 TiB bis 1 PiB.
In einem weiteren Beispiel erklärt Google, eine Rust-Version des Videodecoders libgav1 laufe 2,7-mal schneller als der bisherige Rust-Port und liefere identische Ergebnisse. Das Unternehmen beschreibt diese Fälle als interne Entwicklungsarbeit. Für sich genommen belegen sie weder, dass Argon anderen Modellen generell überlegen ist, noch, dass externe Teams dieselben Ergebnisse erzielen werden.
Die Ankündigung enthält auch Ergebnisse aus Tests zur Programmierung und Cybersicherheit. Diese Daten wurden von Google selbst veröffentlicht; ohne unabhängige Reproduktion und vergleichbare Testbedingungen sollten sie als Aussagen des Unternehmens und nicht als unabhängiger Beleg für die Überlegenheit des Modells betrachtet werden.
Warum die Reihenfolge beim Zugang wichtig ist
Google begründet die schrittweise Einführung damit, dass das Modell weiter getestet und die Schutzmechanismen vor einer breiteren Verfügbarkeit verbessert werden müssten. Ein solches Vorgehen ist besonders wichtig für ein Modell, das das Unternehmen als Werkzeug für Cybersicherheit positioniert. Der begrenzte Zugang allein belegt jedoch weder eine erhöhte Gefährlichkeit von Argon noch die behaupteten Fähigkeiten.
Bislang bestätigt sind die Ankündigung und der von Google beschriebene Zugangsplan. Wie gut sich die internen Ergebnisse außerhalb des Unternehmens reproduzieren lassen, wird sich nach einer Ausweitung des Zugangs und unabhängigen Überprüfungen beurteilen lassen.